Chronik

1928 bis Heute

MV Holsthum Gründerfoto1928 taten sich in Holsthum einige musikbegeisterte Männer zusammen und gründeten den Musikverein „Harmonia“. Die benötigten Mittel zum Kauf von Musikinstrumenten wurden durch die Fusion mit dem Handwerkerverein aufgebracht. Dieser verfügte über größere Barmittel. Den ersten Auftritt unter der Leitung ihres Dirigenten Lehrer Gierden verzeichneten die Musiker 1930. Sie spielten zur Fronleichnamsprozession in Schankweiler.

1932 konnte man aus Anlass der Springprozession in Echternach/Luxemburg den 1. Auftritt im Ausland verzeichnen. Bei dieser Veranstaltung wurde das traditionelle Lied „Adam hatte sieben Soehne“ 42 mal gespielt. Zum feierlichen Abschluss spielten die begeisterten Musiker auf dem Weg durch die Sauergasse in Echternach das Lied „Deutschland hoch in Ehren“ und bezogen dadurch von weniger begeisterten Luxemburgern fast Prügel. Wenn man schon in Luxemburg war, dachte man sich, dann sollte man auch etwas einkaufen und stopfte die großen Instrumente mit Kaffee und Tabak voll. Beim Übergang der Grenze mussten Trompeten, Klarinetten und Trommel um so lauter spielen, die Zöllner salutierten und man konnte ohne Kontrolle passieren.

MV Holsthum 1934 übernahm Mathias Christmann aus Ernzen die musikalische Leitung. Ab 1937 führte Nikolaus Spanier den Taktstock. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erlosch das Holsthumer Vereinsleben. Der aktive Musiker Nikolaus Schmitt war einer der Wenigen, die nicht zur Wehrmacht eingezogen wurden. Wenn die Nachricht vom Tode eines Angehörigen der Wehrmacht aus Holsthum bekannt wurde, spielte er mit der Trompete auf dem Friedhof das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“.

In den Jahren 1951/52 regte sich der alte Musikgeist wieder und man begann nochmals unter erheblichen Schwierigkeiten, Musikinstrumente zu beschaffen, da fast zwei Drittel der Instrumente durch Kriegseinwirkungen zerstört oder verlorengegangen waren. Als wieder Instrumente vorhanden waren, begannen Johann Berscheid und Mathias Schilt mit der Nachwuchsausbildung. So konnte man 1953 nach langer Probenarbeit den ersten öffentlichen Auftritt unter Stabführung von Johann Berscheid in die Vereinschronik eintragen.

MV Holsthum Die 50er und 60er Jahre standen im Zeichen fruchtbaren Musizierens und vieler erfolgreicher Auftritte. Der Verein beteiligte sich aktiv am kulturellen dörflichen Leben. Auch richtete er mehrere Musikfeste aus. Kontakte ins Ausland führten 1969 und 1973 zu Konzertfahrten nach Belgien.

Lehrer Rudi Weiter begann 1966 mit der Ausbildung des dringend erforderlichen Nachwuchses. Dennoch kam es 1971 auch beim Musikverein Holsthum zu einer Krise. Man musizierte nur noch mit vierzehn Musikern. Dieser Tiefpunkt war zur Erleichterung aller schnell überwunden. Der aktive Musiker Johann Zwirtes (Heni) erteilte ab 1973 den neu hinzugekommenen Jungmusikern Unterricht. Zudem waren etliche frühere Musiker wieder zum Verein zurückgekehrt. Die Zahl der Aktiven stieg bis 1974 auf 30. Die Jugendausbildung übernahm der Lehrer der Kreismusikschule Bitburg-Prüm, Jeff Coner aus Luxemburg. Im Juli 1976 verstarb der langjährige Dirigent Johann Berscheid. Musiklehrer Jeff Coner übernahm daraufhin neben der Ausbildung der Jungmusiker auch die musikalische Leitung der Kapelle. Einige erfolgreiche Jahre prägten das Vereinsleben. Höhepunkt dieser Periode war eine Vereinsfahrt nach Ruhpolding/Oberbayern im Sommer 1981. Hier spielte der Verein im Kurhaus vor 1500 Zuhörern mit großem Erfolg.

MV HolsthumDoch schon im Dezember 1982 war die Kapelle wieder an einem Tiefpunkt angelangt. Jeff Coner legte aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend den Taktstock nieder. Stellvertretend für ihn dirigierte Alois Meyer aus Schleid. Von Dezember 1983 bis Mai 1984 übernahm Jeff Coner nochmals den Dirigentenstab. Der aktive Musiker Wolfgang Zeimetz aus Peffingen leitete den Verein bis Juli 1984.

Ab 1984 dirigierte Ralph Dullnig aus Luxemburg die Holsthumer Musikanten. Neue Vereinsaktivitäten folgten. Fahrten in den Westerwald und nach Tirol bereicherten das Vereinsleben ebenso wie die mittlerweile zur Tradition gewordenen Hopfenblütenfeste. Das erste gemeinsame „Frühlingskonzert“ wurde 1986 mit dem Musikverein Ferschweiler gestaltet. Unter der Leitung von Ralph Dullnig, der auch selbst die Aus- und Weiterbildung der Blechbläser übernahm wuchs der Verein in diesen Jahren auf 48 aktive Musiker, mit zeitweise 21 Jugendlichen an.

Im November 1994 übernahm Werner Lafleur aus Binscheid die musikalische Leitung des Vereins. Mit einem sicheren Gespür für den Geschmack des Publikums und einer Nase für die Fähigkeiten der Musiker lenkte er die musikalischen Geschicke des Vereins.

MV Holsthum Unter seiner Leitung wirkte der Musikverein Holsthum bei zahlreichen Rundfunk- und Fernsehveranstaltungen mit, wie z.B. bei „Wir bei Euch“, “Drei in einem Boot” (SWR4) oder dem “Hafenkonzert” (WDR) in Duisburg. Im Jahre 1999 produzierten die Holsthumer ihre erste CD mit einem Querschnitt ihres musikalischen Repertoires. Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war eine einwöchige Konzertreise nach Imotzki/Kroatien im August 2000, der ein Besuch der Stadtkapelle Imotzki zum Hopfenblütenfest 2000 vorausging.

Zum 80jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 2008 finden unter dem Motto „Musik ist Trumpf“ zwei Gemeinschaftskonzerte mit dem Musikverein Ringhuscheid unter der Leitung der Dirigenten Manfred Willmes und Werner Lafleur statt. Die beiden Konzerte in Waxweiler und Irrel mit über 80 Musikern waren für jeden Musiker ein besonderes musikalisches Erlebnis.

Ein weiterer Höhepunkt aus Anlass der 80-Jahr-Feier des Musikvereins war die im Rahmen des Hopfenblütenfest produzierte SWR4 Sendung in Ferschweiler. Musikalische Gäste waren u.a. Tony Marschall, Tom Astor und die Wildecker Herzbuben. Im Dezember 2008 endet die musikalische Zusammenarbeit mit Werner Lafleur. Nach 14 erfolgreichen Jahren haben wir unseren letzten gemeinsamen Auftritt bei einer SWR4-Weihnachstproduktion in Irrel.

Matthias Steffen Seit Novemer 2009 steht der Musikverein Holsthum unter der musikalischen Leitung von Matthias Steffen. Matthias stammt aus Idenheim und ist Tenorhornist im Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg.

Im Rahmen des Osterkonzertes 2010 ist es an der Zeit, zwei altgedienten ehemaligen Musikern und Unterstützern des Musikvereines „Danke“ zu sagen: Hans-Joachim Heck wird zum Ehrenpräsidenten und „Heni“ zum Ehrenmitglied ernannt. Im November 2010 findet nach mehrjähriger Pause wieder ein Adventskonzert statt, eine Tradition, die auch 2011 nicht fallen gelassen wird.

 
 
 
 

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